Woche der Agitation und Solidarität mit unseren gefangenen Schwestern, Brüdern und GenossInnen auf der ganzen Welt vom 21. – 30.9.

Das Überleben im Kapitalismus ist so eingeschränkt und monoton, dass es sich nicht allzu sehr vom hartem Gefängnisleben unterscheidet; die Stadt, die Zeitpläne, die Arbeit, das Studium, die Familie und eine Unzahl an unterdrückenden Organismen ersticken uns, so dass es manchmal scheint, als ob wir in irgendeinem großen Gefängnistrakt wären. Videoüberwachung 24 Stunden am Tag, Tausende von Polizisten, die das Eigentum beaufsichtigen, strenge Richter mit zufriedenen Lächeln auf den Lippen, wenn sie ihre harten Gesetze anwenden, fest sitzende Fußfesseln, die ihren unerschütterlichen Käfigen vorausgehen und eine langen Liste an weiteren Mitteln, die die Gesellschaft benutzt, um die Individuen in Schranken zu halten; die versprochenen Strafen bei Überschreitung der auferlegten Verhaltensmaßregeln fürchtend, halten sie den Mund, gewöhnen sich an die Unterdrückung, nehmen sie als Teil ihres Lebens, als etwas natürliches auf und ziehen es somit vor, Konflikte mit der Autorität zu vermeiden und sich lieber nicht aufzulehnen. Mehr auf Abc-Berlin

1.-10. August: Aufruf von Contra Info für Propagandaaktionen gegen Repression

Wir rufen in den folgenden zehn Tage zu Propagandaaktionen in so vielen Orten wie möglich auf mit der Absicht, soziale Kämpfe, die einigen mehr, anderen weniger bekannt sind, zu unterstützen. Individuen und / oder Gruppen, die sich in diesen zehn Tagen anschließen wollen, wählen selbst die Thematik und die erforderlichen Mittel – je nach eigenen Kriterien und Dynamiken. Ziel ist es die internationale und gegenseitige Solidarität unter den Unterdrückten zu stärken.

Wir empfehlen allen voran, auf die Straßen zu gehen und Parolen an Wände zu malen oder Transpis in Solidarität mit Fällen, die wir für wichtig erachten, an markanten Plätzen aufzuhängen. Wir haben ähnliche Aktion in Athen in den letzten Monaten durchgeführt und ihr habt solche Aktivitäten sicher auch in verschiedenen Situationen ausgeführt. Wir müssen jedoch einen Schritt vorangehen und solche Aktionen gleichzeitig und koordiniert auf einem europäischen Level – und hoffentlich darüber hinaus – zu vollziehen. Einige von uns sind in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien, Serbien, Portugal, Italien, Griechenland, aber auch in Amerika. Daher können aus einer simplen Aktion etwas Großes erreichen. Für jene, die sich allein in ihren Orten fühlen, wo sie leben, mag es sicher härter sein… Aber alles, was du brauchst, ist ein Stück Stoff, Farbe oder Spraydosen und einen netten Ort. Wo immer ihr auch seid, ruft eure Kumpels und verbreitet das Wort.

Vom 1. bis zum 10. August werden wir Transpis in verschiedenen Orten platzieren, Poster und Flyer verbreiten, Parolen an Wände schreiben oder jegliche andere Aktionen ausführen, die der Ausdehnung des anarchistischen/libertären Diskurses jenseits von staatlichen- und Sprachbarrieren fördern. In dem Sinne freuen wir uns, Dokumentationen in Form von Fotos und/oder geschriebenem Material von so viel wie möglich Aktionen, wo immer sie auch stattgefunden haben, zu erhalten und weiter zu verbreiten.

Im frühen August werden wir unsere Anstrengungen koordinieren und unsere Stimmen gegen die Repression und die Gesellschaft der Knäste, gegen die Staaten und ihre Grenzen, gegen das Kapital und seinem Profit erheben. Wir können viele sein; wir können überall sein.

Für eine Informationsguerilla…
Das Gegeninformationsnetzwerk Contrainfo.espiv.net

Neues vom Sägeblatt – anarchistischer Newsletter zu Repression, Solidarität, Gefangenen und ihren Kämpfen –

Mit dem Sägeblatt – anarchistischer Newsletter zu Repression, Solidarität, Gefangenen und ihren Kämpfen – wollen wir in regelmäßigen Abständen Informationen und Entwicklungen über repressive Angriffe des Staates und über Gefangene und ihre Kämpfe in gedruckter Form verbreiten. Dies soll unabhängig von der Schnelllebigkeit und der erdrückenden Informationsflut des Internets geschehen.

Wir wollen die Solidarität mit Gefangenen und mit denen, welche durch die Repression in ihrem Kämpfen eingeschränkt werden, verbreitern. Dabei geht es auch darum den Kampf gegen Knäste und alle Formen der Einsperrung in dieser Knastgesellschaft fortzuführen, hin zu einer befreiten Gesellschaft.

In Hamburg und Berlin wird das Sägeblatt an den bekannten Orten in gedruckter Form zu finden sein. In anderen Städten soll es das Ziel sein, dass Menschen, die unsere Projekt unterstützen wollen, selbstständig Kopien anfertigen und diese verteilen. Die jeweils aktuelle Ausgabe wird immer unter www.abc-berlin.net/saegeblatt zu finden sein.

ABC Berlin + Anarchist_innen in Solidarität

August 2012: PDFDruckvorlage
Juli 2012: PDFDruckvorlage

Für eine Gesellschaft ohne Knäste! von der Anarchistischen Gruppe Freiburg

Für eine Gesellschaft ohne Knäste!

Wenn in der (radikalen) Linken über Staat und Recht diskutiert wird, wird oft ausschließlich der repressive Charakter des bürgerlichen Staates betrachtet und kritisiert. Eine grundsätzliche Reflexion über Staat, Recht und Knast in der bürgerlichen Gesellschaft findet hingegen selten statt.

Diese Haltung mag einerseits in „linken Altlasten“ begründet sein, die im Staat nach wie vor ein Instrument persönlicher Herrschaft der Bourgeoisie sehen oder aber auf persönlicher direkter Erfahrung mit den Repressionsorganen beruhen: Selbstverständlich stößt sich linke Politik, die die bestehenden Verhältnisse überwinden möchte, immer wieder an dem Staat und den bürgerlichen Gesetzen.

Slogans wie „Freiheit für alle politischen Gefangenen“ oder auch „Freiheit stirbt mit Sicherheit“ sind verständliche und notwendige Reaktionen auf die Repression, die linke Praxis fast täglich erfahren muss. Staats-, Rechts-, und Knastkritik darf unserer Meinung nach jedoch nicht erst dort anfangen, wo mal wieder eine Demonstration von Polizist_innen* niedergeknüppelt, Hausdurchsuchungen gegen Antifaschist_innen stattfinden oder linke Aktivist_innen für Aktionen in den Knast müssen. Mehr…

Farfalla – Broschure der eaam mit Gedanken zu Knastsolidarität und dem Tag der politischen Gefangenen

Einige Gedanken im Voraus

Seit langem ist der 18. März als „Tag der politischen Gefangenen“ ein fester Termin im linken Terminkalender. Wir wollen diesen Tag zum Anlass nehmen um uns kritisch mit traditioneller linker Solidaritätsarbeit zu beschäftigen und eine allgemeine Knastkritik zu formulieren.

Der „Tag der politischen Gefangenen“ differenziert schon im Namen zwischen „politischen“ und „nicht-politischen“ Gefangenen. Somit wird verschwiegen, dass alle „Verbrecher_innen“ Produkt einer sozialen Ordnung sind und durch diese bedingt werden. Jedoch beschäftigt sich die „klassische Linke“ meist nur mit skandalisierten Einzelfällen und vermeidet dadurch eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Thematik.

Mehr

Download pdf-Datei