Editorial

Wir gehen vom innigen Verlangen aus, eines Tages erleben zu wollen, wie die bestehende Gesellschaft durch eine Generalisierung des Aufstands über den Haufen geworfen wird, genährt von der fieberhaften Vorstellung einer Welt, in der es keine Autoritäten mehr gäbe, die unser Leben in Schranken weisen. Dieses innige Verlangen, diese fieberhafte Vorstellung kann manchmal auch etwas sein, das uns innerlich zerfrisst. Dann nämlich, wenn wir, erdrückt von der tristen Wirklichkeit, nicht wissen, wo und wie anzusetzen, um diesem Verlangen eine konkrete Perspektive zu geben, und nicht bloss eine Maske, mit der wir uns selbst etwas vormachen. Wenn wir nach und nach die Beliebigkeit des Aktivismus und die militanten Inszenierungen, das Hinterherrennen hinter Bürgerprotestbewegungen und die Verherrlichung des bewaffneten Kampfes, sowie alle anderen Reflexe, die die Form vor den Inhalt stellen, als eine solche Maske entlarvt haben, dann lassen sie in uns dieselbe Leere zurück, wie die Resignation. Die moralische Erpressung, alles mögliche gutzuheissen, was das einzige Kriterium erfüllt, in Bewegung zu sein, hält uns bloss davon ab, uns darüber klar zu werden, was wir den eigentlich wollen und wie wir dies, durch unsere eigene Intervention, zu erreichen gedenken. Dies herauszufinden, setzt das Verlangen voraus, eigene Ideen zu entwickeln, sie zu bekräftigen, zu vertiefen und ihnen Wert beizumessen, indem wir sie Hier und Jetzt in unserem Handeln beleben. Angesichts der Tatsache, dass sich Ideen, die eine anti-autoritäre Richtung einschlagen, an allen Ecken dieser Welt stossen, kann dieses Handeln nur auf eine Konfrontation hinauslaufen. Die Suche nach Kohärenz zwischen Ideen und Handeln bedingt also die Suche nach permanenter Konfrontation – mit sich selbst, mit seiner Beziehung zur Welt und mit dieser Welt als solche. Diese Tatsache mag unbequem erscheinen, zumindest solange der Hang zur Gewissheit und Gewohnheit über den Drang nach Experiment und Weiterentwicklung triumphiert. Zumindest solange wir die stetige in Frage Stellung von uns selbst als Verlust eines künstlich geschaffenen Halts, als Verlust einer Identität, anstatt als Stärkung unserer Individualität betrachten. Wenn wir aber offen sind für diese Konfrontation, dann können wir uns in die faszinierende Welt der Ideen stürzen, ohne Mystifizierung, ohne Verherrlichung, ohne Ideologisierung, und aus ihr nach und nach jene Steine picken, die schliesslich das Fundament unserer Entschlossenheit bilden, unserer ganz eigenen Perspektive für den sozialen Kampf zur Eroberung der Freiheit.
Mit dieser Zeitschrift wollen wir nichts anderes als einige dieser Steine ausbreiten, deren Vorkommen sich in Gebieten häuft, die reich an Kampfgeist sind und deren Struktur eine robuste Mischung von Ideen und Erfahrungen ist. Es liegt an jedem selbst, jene herauszunehmen, die ihm geeignet scheinen, um sich ein stabiles Fundament zu bauen.

Als Teil der Welt

„Das wirkliche Leben ist abwesend,
wir sind nicht auf der Welt.“
A. Rimbaud

Wahrlich, wir wandeln oft wie Geister durch die Welt, als ob wir ihr nicht angehörten. Um uns herum nimmt alles seinen Lauf, all die Dinge, die wir zutiefst verabscheuen, Tag für Tag, und dennoch dringen sie kaum bis zu uns vor. Es ist für uns kaum eine Realität, das hinter den Mauern des einen Gebäudes, das wir gelegentlich passieren, Menschen eingesperrt sitzen, hinter den Mauern eines anderen Gebäudes an der Ecke, die Entscheidungen dafür getroffen werden, und hinter den Schaufenstern in der Strasse nebenan, die Firma für sich wirbt, die all diese Gebäude erbaut hat. Der Maurer kümmert sich schliesslich nur darum, die Steine richtig aufeinander zu legen, ihn geht es nichts an, was hinter diesen Mauern einmal passieren wird. Genauso sorgt sich der Bahnangestellte nur darum, dass die Züge zur rechten Zeit ankommen, ihn geht es nichts an, ob mit diesen Zügen Waffen, radioaktive Abfälle oder Ausschaffungshäftlinge transportiert werden. Auch der Büroangestellte achtet sich nur darauf, dass er den Papierkram „normkonform“ abhandelt, ihn geht es nichts an, inwiefern dieser Papierkram das Leben anderer Menschen zerstört. Der Student bemüht sich nur darum, Wissen anzuhäufen, ihn geht es nichts an, für welche Zwecke dieses Wissen alles verwendet wird. Jeder hat sich nur um sein Überleben zu kümmern, diese ganze Welt um uns herum, die geht uns nichts an, dafür sind wir nicht zuständig. Und wir setzen unser Geisterdasein fort.
Wenn wir, als Anarchisten, unserem Kampf für eine Welt Unterdrückung und Entfremdung eine konkrete Perspektive geben wollen, dann müssen wir uns in der Welt, als Teil dieser Welt begreifen. Dann ist es nötig, uns das, was wir bekämpfen, nämlich die Herrschaft in all ihren Formen, greifbar zu machen, um sie auch allen anderen greifbar zu machen. Wir müssen aufhören, die Prozesse um uns herum als etwas zu betrachten, das uns fern liegt. Wir müssen die Macht vom hohen Ross holen und sie in den Personen und Institutionen direkt um uns herum lokalisieren. In dieser bürokratischen Demokratie, in der jeder behauptet, nur seinen Job zu machen, liegt es an uns, die Gleichgültigkeit aufzubrechen, ihr die Luft zu nehmen, indem wir die Verantwortung der jeweiligen Entscheidungen und Handlungen offen darlegen und verbreiten, und somit die Unterdrückung, die täglich ausgeübt wird, hervorheben und angreifbar machen. Selbstverständlich wäre es ein unmögliches Unterfangen, das ganze Netzwerk der Herrschaft aufzuflechten und die Funktion einer jeden Institution darin explizit darzulegen. Doch bereits ausgehend von einem spezifischen Projekt der Herrschaft, das wennmöglich bereits auf Unmut stösst und dessen Funktion unschwer zu begreifen ist, lassen sich viele Verknüpfungen aufzeigen. Darum haben wir uns entschieden, in dieser Ausgabe der „Grenzenlos“ einen Text über den jahrelangen Kampf abzudrucken, den einige Gefährten in Lecce, Italien, gegen das dortige Ausschaffungsgefängnis Regina Pacis führten*. Diese wussten die Verantwortlichen durch Flugblätter, Plakate, Kundgebungen und Störaktionen bei Veranstaltungen aus dem Schatten zu ziehen, während Angriffe gegen beispielsweise eine Kirche der Kurie von Lecce, die das Gefängnis leitete, oder gegen Banken, die das Geld dieser Stiftung verwalteten, stets offen verteidigt und in einen breiteren Kampfkontext gestellt wurden.
Auch hier, um uns herum, gibt es verschiedene Projekte der Macht, die, wenn wir dafür sorgen, dass sie nicht wie meistens in aller Stille vonstattengehen, eine gewisse soziale Ablehnung, Wut, ja gar Revolte auf sich ziehen könnten. Der moderate Protest, den solche Projekte gelegentlich hervorrufen, äusserte sich bisher selten ohne Mediation und jenseits der Mittel der Politik. Doch eben dies könnte ein Ansatzpunkt unserer Intervention sein. Was gibt es einfacheres zu verstehen, als die Tatsache, die reelle Zerstörung eines Wohnorts durch die reelle und direkte Handlung gegen die Drahtzieher dieser Zerstörung zu bekämpfen (wie es teilweise im Basler Quartier St. Johann geschah), den Bau eines neuen Komplexes der Einsperrung und Kontrolle mitten in der Stadt (des neuen „PJZ“´s [„Polizei und Justizzentrums“] in Zürich) bei den dafür Verantwortlichen direkt zu stören und zu blockieren? Sprechen nicht solche Handlungen der direkten Intervention gegen Formen der Unterdrückung von einer Beziehung zur Welt, die wir uns wünschen? Das Potential eines Kampfes, der sich gegen eine konkrete Struktur oder ein konkretes Projekt richtet, läge nicht nur darin, durch eine kontinuierliche Agitation dessen reelle Zerstörung, bzw. Verhinderung zu ermöglichen, sondern vor allem in der Tatsache, es zu einer sozialen Frage, zu einem sozialen Problem zu machen, eine Diskussion darum herum zu kreieren, in der wir von Anfang an, beim Aufzeigen der Verantwortungen, bei Aktionen und vor allem auch bei unseren Inhalten, vom Zentrum zur Peripherie gehen, das heisst, klarstellen, dass wir die Struktur oder das Projekt nur als einzelne Kristalisierung dieser Gesellschaft betrachten, die wir als ganze kritisieren und bekämpfen. Es ist nicht im abstrakten Aufbau der revolutionären Bewegung, während man darauf wartet, irgendwann und nur für die ganze Revolution auf die Strasse zu gehen, irgendwann, wenn die Massen bereit sind, sondern in solchen, reellen Kämpfen im Hier und Jetzt, dass die Ideen und die praktischen Erfahrungen wachsen und Verbreitung finden können, die Voraussetzung für jede aufständische und revolutionäre Bestrebung sind.

Die direkte Aktion

Wir sind Unterdrückte unter anderen Unterdrückten, die Tatsache, dass wir eine mehr oder weniger klare Vorstellung davon haben, worin wir die Ursache dieser Unterdrückung festmachen und wie wir sie bekämpfen wollen, ändert daran nichts. Sie macht uns zu keiner erleuchteten Partei, die uns von den anderen abhebt. Sie rechtfertigt nicht, anderen zu diktieren, wo es lang geht. Sie macht uns schlicht zu einem Gärstoff inmitten der sozialen Konfliktualität, ja sie fordert uns auf, uns unter die Leute zu begeben, unsere Ideen und Handlungsvorschläge mit jenen zu teilen, die schliesslich von denselben Verhältnissen unterdrückt werden wie wir. Und dabei sollten wir nicht scheuen, unseren wesentlichen Vorschlag für den Kampf gegen diese Verhältnisse anzubringen, und ihn offen zu verteidigen, wenn er sich in der sozialen Landschaft zeigt: nämlich die individuelle oder kollektive, direkte und selbstorganisierte Aktion gegen die Strukturen und Menschen der Macht.
Weil wir diesen Vorschlag allen nahelegen wollen, ziehen wir einfache Mittel, die einem jeden Zugänglich sind, der Spezialisierung in der Aktion vor. Mittel, die selbstverständlich je nach Temperament, Fähigkeit und Vorlieben bei jedem und jeder variieren mögen, die aber in sich bereits unsere Ideen, das heisst beispielsweise die Ablehnung von Autorität, Delegation, Politik und Mediation enthalten, und möglichst verständlich sein sollten. Und mit „verständlich“ meinen wir nicht verständlich für „die Masse“, dieses abstrakte Konzept, was uns in der Aktion lämen würde, sondern, dass zumindest die Möglichkeit besteht, für jene, die es wollen, die Beweggünde dahinter zu verstehen. Und dies gewiss nicht durch das politische Geschwühr eines Bekennerschreibens, das durch den fauligen Mund der Medien kommuniziert, uns von den anderen abhebt und sie in eine Betrachterrolle versetzt, sondern dadurch, dass wir uns Gedanken über das Wann, Wo und Wie machen, über den sozialen Kontext, in den sie sich die anonyme Aktion einschreibt.
Während wir keine Hierarchie unter den Mitteln akzeptieren, sind wir der Ansicht, dass jeder zu denjenigen greifen soll, die ihm für die Subversion der Beziehungen am geeignetsten erscheinen. Wir halten es jedoch für eine Illusion, dass sich die Macht mit Dynamit wegsprengen oder durch Drohungen in die Enge treiben lässt. Diese Vorstellung hat schon zu den vorworrensten Auffassungen des sozialen Kampfes geführt. Die militärische Idee der Gegenmacht drängt uns direkt in die Logik unserer Feinde. Sie macht die Form, die Feuerkraft, das Mass an Gewalt, das strafrechtliche Risiko zum Kriterium für die Radikalität der Intervention, und nicht die subversiven Ideen, die sich durch sie verbreiten, ihre Präzision und ihre soziale Tragweite. Wenn wir zum Angriff übergehen, dann nicht, um mit der Macht zu kommunizieren, sondern um die Verantwortlichen der Unzufriedenheit von uns und anderen aus dem Schatten zu ziehen, um von der Möglichkeit der Revolte zu sprechen, zu inspirieren und zu ermutigen, um mit jenen zu kommunizieren, die sich in diesem Angriff wiedererkennen können. Oder aber, wir bezwecken gar keine Kommunikation, da der Zweck der Aktion schlicht in der unmittelbar erreichten Sabotage liegt, die es ermöglicht, anderen Entwicklungen mehr Zeit und Raum zu geben (das Ausfallen der Elektrizität oder die Blockade von Transportmitteln und Verkehrsknotenpunkten während Unruhen beispielsweise).
Das Arsenal an praktischen Möglichkeiten ist grenzenlos, wenn man den Willen und die Fantasie dafür hat.

Jenseits der Grenzen

Ein weiterer Ansatzpunkt einer anarchistischen Intervention könnte unsere Solidarität mit den Aufständen sein, die sich, wenn nicht hierzulande, so doch um uns herum zu häufen scheinen. Der nächste Frühling kommt bestimmt, ob er nun „arabisch“ oder sonstwie genannt werden wird (einmal abgesehen davon, dass die Erhebungen auf der anderen Seite des Mittelmeers bei weitem nicht vorbei sind). Und das nächste Mal wollen wir nicht zuschauen, wie anderswo gerade tausende Menschen alles riskieren, um sich von ihrem Joch zu befreien, um ihre Wut in Revolte umzuwandeln, während wir mit dem blossen Jucken in den Fingern zurückbleiben, nicht wissend, was damit anzufangen. Auch hier lassen sich viele finden, die sich von diesen Aufständen angesprochen und ermutigt fühlen, auch deswegen, weil die Migration zahlreiche Verbindungen zwischen den verschiedenen Realitäten geschaffen hat. Aber wo bleiben die Momente, in denen wir uns zusammenfinden könnten, um darüber zu diskutieren und unserer Solidarität Ausdruck zu geben, indem wir auch hier auf die Strasse gehen und revoltieren? Wir wollen die Rolle durchbrechen, die uns von den anderen trennt, die das Hier vom Dort trennt und in den Aufständen bloss eine Reaktion auf die materiellen Bedingungen sieht, die hier ja so anders sind. Die kapitalistische Herrschaft beruht hier wie sonstwo auf denselben Prinzipien, und daher stellen die Aufstände, wenn nicht formuliert, so zumindest praktisch, stets auch diese selben Prinzipien in Frage. Die Revoltierenden von Algerien im Frühling 2011 wehrten sich nicht nur einfach gegen die steigenden Lebensmittelpreise, sondern gegen die Tatsache, ein Leben als Arme zu fristen, damit andere im Reichtum baden können, ein Prinzip, das hier nicht anders funktioniert. Der Aufstand in Tunesien wurde nicht nur einfach durch die hohe Arbeitslosigkeit ausgelöst, sondern durch den Zwang, zu arbeiten, sich zu erniedrigen und ausbeuten zu lassen, um überleben zu können, ein Zwang, auf dem die Gesellschaft auch hier beruht. Die Ägypter wehrten sich nicht nur einfach gegen Mubarak, sondern gegen eine Politikerklasse, die sich über ihre Köpfe hinwegsetzt, wie sie es auch hier über unsere Köpfe tut. Wir brauchen nicht unsere Ideen den Aufständen aufzupfropfen, um zu sehen, dass sie sich, aus einem affektiven oder bewussten Verlangen nach Freiheit, gegen jene Dinge richten, gegen die auch wir uns richten. Dazu reicht ein Blick auf die Gebäude, Institutionen und Beamten, die ins Visier genommen werden. Was die Aufstände in Nordafrika von jenem in England diesen Sommer oder den Wutexplosionen in den französischen Banlieues unterscheidet, was ihnen so viel Entschlossenheit und Ausdauer gab, war wohl die Tatsache, einen gewissen Traum einer neuen Gesellschaft, eine gewisse Vorstellung von Freiheit gehabt zu haben, auch wenn viele, aber gewiss nicht alle (!), diese noch an der Illusion der Demokratie festmachten. Jeder Aufstand braucht, um, über die blosse Wutexplosion hinaus, gegen die Rückkehr zum Bestehenden standzuhalten, eine utopische Spannung, eine positive Perspektive, die sich nicht nur gegen das Bestehende, sondern auch nach der Vorstellung von etwas anderem ausrichtet.
Nun, wir, insofern wir Anarchisten und keine Nihilisten sind, wir haben eine Utopie, eine positive Perspektive, wir haben eine nebelhafte Vorstellung der Welt, die wir uns wünschen, basierend auf den Ideen, den Erfahrungen und den Beziehungen, die wir in unseren Kämpfen entwickeln. Wäre es nicht heute, da eine Welle durch die Welt zu ziehen scheint, die sie so grundlegend in Frage stellt, wie schon lange nicht mehr, an der Zeit, „das Banner der guten alten Sache ein weiteres Mal zu entfalten“? Sollten wir nicht unseren Vorschlag, wie wir das Elend dieser Welt zu beseitigen gedenken, die Idee der Anarchie, wann immer möglich in die Welt hinaus werfen, auf dass sie vielleicht jene inspiriert, die immer weniger ihren Platz darin finden? Viele Gespräche haben uns gezeigt, dass die Erfahrung von Erhebungen von einem gesamtgesellschaftlichen Ausmass, es wieder zugänglicher machte, von gesamtgesellschaftlichen Fragestellungen zu sprechen. Ja schliesslich davon, worin wir den einzigen Weg sehen, sie anzugehen: von der sozialen Revolution durch die Generalisierung des Aufstands gegen alle Autoritäten.

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Inhaltsverzeichnis

[Umfang: 68 Seiten]

Grenzenlos ist…
Editorial
Unruhenachrichten aus der Schweiz
Die Schönheit des Lebens liegt im Grad der eigenen Ununterworfenheit [Plakat]
Chronologie der kleinen Zürcher Unruhen
Einiges zu den Krawallen in Zureich
Anarchistisches Treffen in der Schweiz
Überhaupt keine Demokratie
Löwenzahn [neue Zeitschrift]
Wählt van der Lubbe! [Plakat]
Wir sind das 1%
Affinität
Synthesenorganisation und informelle Organisation
Giuseppe Ciancabilla
Deklaration der Dissidenten
Brief an die anarchistische Galaxie

Internationales Treffen in Brüssel
Einladung
Die alte Geschichte des Internationalismus
Den Bruchlinien entlang
Im Käfig der Dogmen…
Von einigen Notwendigkeiten

Aufstand in England
Eine unvernünftige Revolte
Einige Akte internationaler Solidarität
London Calling
Barbaren

Italien
Wut statt Empörung
Ein kurzer Erlebnisbericht [Unruhen in Rom]
Das Spiel der Macht spielen?
Unruhenachrichten
Wenn das Val Susa ruft…
Das Drahtseil
Über den Horizont der Berge hinaus…
Gegen diesen Zug
Justiz und Rache [Ein Brief von Arturo]
Die Situation auf Lampedusa und in den Ausschaffungsknästen
Der Kampf gegen die Ausschaffungsgefängnisse im Salento

Frankreich
Immer schneller, immer weiter
Einige Auszüge der sozialen Konfliktualität
Wir haben es satt, uns verbauen zu lassen!
Ein neuer Justizpalast
Verwüste dein Käfig
Prozessdatum für sechs Kameraden unter anti-terroristischer Anklage

Belgien
Schulen sind Gefängnisse… und Gefängnisse brennen
Eine kleine Übersicht der Ausdrücke der Wut gegen die Schule im Oktober
Unruhenachrichten

Deutschland
Freiheit für ALLE Gefangenen! – Für eine konsequente Kritik und Praxis
Zur Praxis der direkten Aktion in Deutschland
Solidarität mit Sonja und Christian

Griechenland
Von der parapolizeilichen Rolle der Linken
Der 20. Oktober am Syntagma
Zum Prozess gegen die Verschwörung der Feuerzellen
André seit Dezember 2008 noch immer im Knast
Vermehrte Enteignungen von Supermärkten

Ägypten
Algerien
Tunesien
Syrien

Verschiedenes aus der Welt

Beiträge: Die Gesellschaft will mich ersticken
Referenzen

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Grenzenlos ist…

Grenzenlos ist unser Verlangen. Das Verlangen nach einer Belebung und Vertiefung der anarchistischen Diskussion. Es ist die Suche nach jener Kohärenz, die ewig entgleitet. Zwischen Ideen und Handeln, Theorie und Praxis, Träumen und Verwirklichung. Denn in ihr wächst bereits heute die Welt, die wir wollen. In der Art und Weise unserer Kämpfe.
Grenzenlos ist unsere Kritik. Im Sinne von masslos und haltlos. Aber auch in Zeit und Raum, also international und historisch. Wie ein gemeinsames Werk der Unbeugsamen, von überall, seit jeher. Die Grenzen nicht nur negierend, sondern sprengend, nicht nur die theoretischen, sondern auch die praktischen, nicht nur jene, die wir uns selbst setzen, sondern alle, die uns aufgezwungen werden.
Grenzenlos ist unser Mögliches. Im Gegensatz zu den Resignierten, zeigt es sich jenen, die eine Leidenschaft für Subversion verspüren. Im Gegensatz zu den Realisten, spricht es zu jenen, die lieber von ihren Träumen, als vom Bestehenden und seinen „geringeren Übeln“ ausgehen. Es akkumuliert sich in der Revolte, im Aufstand, will aber grenzenlos darüber hinaus.
Grenzenlos ist unsere Freiheit. Sie ist kein utopisches Paradies, oder noch schlimmer, eine neue “Ordnung der Gesellschaft“, sondern eine endlose Bewegung hin zum Unerreichbaren. Denn jede Idee, so auch jene von Freiheit, also Anarchie, ist Abstraktion und als solche unerreichbar. Genau darin liegt ihr Wert. Freiheit ist unerschöpfl ich. Sie ist grenzenlos.

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Diese Zeitschrift wird so oft erscheinen, wie es die Umstände erfordern, wie es unsere Kapazitäten ermöglichen. Sie wird in Form, Umfang und Schwerpunkten variieren und sich ihren Platz fortwährend suchen. Kritiken und Beiträge sind also äusserst erwünscht.
Wenn möglich soll es in jeder Nummer am Schluss eine Rubrik für Beiträge geben. Wenn ihr also Kritiken oder Kommentare zu hier publizierten Texten oder eigenständige Diskussionsbeiträge schreiben wollt, schreibt an unsere Kontaktadresse. Wir behalten uns jedoch vor, sie alleinstehend, kommentiert oder nicht abzudrucken.

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